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Mario Lemberger

Mario Lemberger

Der Modal Split: Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst modelliert hast

Man sagt, der Modal Split sei für VerkehrsplanerInnen und MobilitätsberaterInnen das, was das Bruttoinlandsprodukt für Staaten ist. Doch was verbirgt sich hinter dem populären Fachbegriff? Und wie wird er berechnet? Wir geben einen Überblick und zeigen auch die Probleme dahinter auf.

 

Das ist der Modal Split

Kurz gesagt ist der Modal Split – auch als Verkehrsmittelwahl bezeichnet – die wichtigste Kennzahl zur Optimierung von Verkehr in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht. Mit dieser Kennzahl wird zum Beispiel Stadtplanung gemacht und Nachhaltigkeitskonzepte werden erarbeitet.

Der Modal Split zeigt die prozentuelle Aufteilung des Verkehrsaufkommens auf unterschiedliche Verkehrsmittel in einem definierten Gebiet. Oder, etwas einfacher gesagt: Er zeigt auf, wie sich die NutzerInnen auf unterschiedliche Verkehrsmittel aufteilen. Dafür wird meist auf die Anzahl der zurückgelegten Wege zurückgegriffen, manchmal auch auf die absolvierten Personenkilometer – Letzteres wirkt zwar genauer, bietet aber auch mehr Raum für Abweichungen. Auf diese Weise soll das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung des jeweiligen Gebietes mit einem möglichst einfachen Kennwert abgebildet werden – die Grundlage für die Einführung und Analyse verkehrlicher und raumplanerischer Maßnahmen. 

 

So wird der Modal Split berechnet

Für die Berechnung des Modal Splits werden Erhebungen durchgeführt – Stichprobengrößen, Stichprobenziehung und Befragungsart sind aber nicht eindeutig festgelegt.

Eine Variante ist zum Beispiel, Haushalte per Zufall aus dem Melderegister auszuwählen und telefonisch zu kontaktieren – bei einer anderen Methode wird der Kontakt mit den Haushalten gebietsweise schriftlich aufgenommen.

 

Unterscheidung zwischen bimodalem und multimodalem Split

Hinsichtlich der Tiefe einer Modal Split-Erhebung unterscheidet man zwischen dem bimodalen Split und dem deutlich komplexeren multimodalen Split. Unterschiedliche Verkehrsmittel bezeichnet man in diesem Zusammenhang übrigens als „Modi”.

Der bimodale Split unterscheidet ausschließlich zwischen öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) und motorisiertem Individualverkehr (MIV), wohingegen der multimodale Split in der Tiefe viel mehr Möglichkeiten bietet. Beim multimodalen Split werden in den beiden Kategorien auch die unterschiedlichen Verkehrsmittel aufgezeigt – und zwar so detailliert, wie das eben für die Aussagekraft der Statistik bzw. im Sinne des Auftraggebers bzw. der  Auftraggeberin benötigt wird. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, auch Carsharing und Park & Ride in die Statistik mit einfließen zu lassen.

 

Der Modal Split in der Kritik

Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst modelliert hast – unsere Überschrift sollte weniger eine Kritik am Konzept des Modal Splits an sich sein, als viel eher ein Warnhinweis. 

Der Modal Split ist eine Kennzahl, deren Erfassung individuell ausgelegt werden kann. Das führt zum einen dazu, dass unterschiedliche Statistiken von verschiedenen Quellen nicht wirklich miteinander vergleichbar sind – und dass jeder seine Analyse so modellieren kann, dass die resultierende Statistik für seine Vorhaben vorteilhaft ist. Wie vorher angesprochen, ist nicht nur offen, welche Werte in die Statistik einfließen – sondern auch, wie diese erhoben werden. Durch abweichende Erhebungsarten können große Qualitätsunterschiede zwischen unterschiedlichen Erhebungen entstehen.

Ein weiterer Kritikpunkt: Nicht jeden Weg legen wir ausschließlich mit einem einzigen Verkehrsmittel zurück. Der multimodale Split gibt uns zwar die Möglichkeit, auch das abzubilden – umso detaillierter man hier aber die Darstellung gestaltet, desto komplexer wird sie. Je nach Fragestellung können bei den Erhebungen dann sehr stark abweichende Ergebnisse bei unterschiedlichen Befragten entstehen.

Mit dem Hintergrundwissen, dass der Modal Split großen Raum für unterschiedliche Ausrichtungen gibt, ist es für eine kontinuierliche Erfassung umso wichtiger, ein bestimmtes Modell mit den dazugehörigen Parametern auszuwählen und alle zukünftigen Erhebungen genau auf dieselbe Art und Weise unter Berücksichtigung derselben Faktoren durchzuführen.

 

Die Mobilitätserhebung „Österreich unterwegs 2013/2014”

Von Oktober 2013 bis Oktober 2014 wurde in Österreich eine große Mobilitätserhebung durchgeführt. Warum wir auf derat „alte” Daten verweisen? Eine österreichweite Erhebung ist äußerst komplex und dient mehr der Nachvollziehbarkeit von mittel- bis langfristigen Veränderungen als der Reaktion auf aktuelle Gegebenheiten. „Österreich unterwegs 2013/2014” war die erste Datenerhebung zur österreichweiten Mobilität seit 1995 – und der Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

Die Erhebung wurde inklusive Vorankündigung per Post durchgeführt und fand im gesamten Bundesgebiet statt. Von rund 65.000 befragten Haushalten nahmen mehr als 18.000 teil. Eine Qualitätssicherung wurde extern durchgeführt. 

Die Erhebung ergab, dass in Österreich an Werktagen fast jeder zweite Weg als LenkerIn im motorisierten Individualverkehr zurückgelegt wird – heißt: als LenkerIn eines PKW oder Motorrads o. Ä. Nur rund 12 % der Wege wurden als MitfahrerIn absolviert. Durchschnittlich waren die Österreicherinnen und Österreicher 36 km weit unterwegs und benötigten dafür rund 70 Minuten pro Werktag.

Im Zuge der Mobilitätserhebung „Österreich unterwegs 13/14” wurden unter anderem die Hauptverkehrsmittel im Werktagsverkehr untersucht. Besonders interessant sind hier zum Beispiel die Unterschiede zwischen Wien und den überwiegend ländlichen Bundesländern Burgenland und Kärnten. Während in Wien 25 % der Wege zu Fuß absolviert werden und ca. gleich viele mit dem PKW, werden zum Beispiel in Kärnten 62 % der Wege als MIV-LenkerIn zurückgelegt. Nur 17 % entfallen dort auf aktive Mobilität (13% Rad, 4% zu Fuß). Interessant wäre ein Vergleich zu einem Modal Split, der auf zurückgelegten Kilometern basiert – das Bild könnte sich hier noch einmal verdeutlichen.

Ein Modal Split kann aber auch deutlich komplexer aufgebaut sein – hier zum Beispiel wird der Modal-Split im Werktagsverkehr je Wegzweck dargestellt. Klar zu erkennen ist hier, dass besonders im Arbeitskontext der Anteil an MIV-LenkerInnen deutlich überwiegt. Das Fahrrad wird eher in der Freizeit oder für die Schule / Ausbildung verwendet.

Ein Modal Split kann aber auch Aufschluss über die Verkehrsmittelwahl nach (Berufs-)Tätigkeit oder zum Beispiel nach Geschlecht oder Alter geben. Hier wieder besonders interessant: Erwerbstätige greifen für den Großteil ihrer Wege zum PKW. Problematisch dabei: Die wenigsten legen ihre Wege als MitfahrerIn zurück. Hier könnte man ansetzen und ein Shared Mobility-Programm einführen, um die Anzahl der PKW auf der Straße zu reduzieren.

Mehr Details und eine riesige Menge an unterschiedlichen Statistiken zur österreichischen Mobilität findest du im Ergebnisbericht – zum Download hier: https://www.bmk.gv.at/themen/verkehrsplanung/statistik/oesterreich_unterwegs/berichte.html

 

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Quellen: 

Cover Image by Elviss Railijs Bitāns from Pexels

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