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Mario Lemberger

Mario Lemberger

Ein Briefing: Formen und Förderung von nachhaltiger Mobilität im und zum Betrieb

In einem unserer letzten Blogartikel haben wir darüber gesprochen, dass genau jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, der perfekte Zeitpunkt ist, um positive Veränderungen in Gang zu setzen. Warum das so ist, kannst du hier nochmal nachlesen. 

Am Ende des besagten Artikels haben wir auch das betriebliche Mobilitätsmanagement angeschnitten. Genau auf dieses möchten wir heute näher eingehen und erklären, welche Schritte du konkret in deinem Unternehmen setzen kannst, um nachhaltigere Mobilität zu fördern.

Jede Maßnahme bringt unterschiedliche Vorteile mit sich und sollte ins Gesamtkonzept bzw. zu den vorgegebenen Zielen passen. Welche Maßnahmen für dein Unternehmen vielversprechende Ergebnisse mit sich bringen würden, kannst du dir in unserem neuen UpScore Mobility Audit berechnen lassen.

 

Die Formen von betrieblicher Mobilität

Kommen wir zunächst zu den Formen der Mobilität, zwischen denen wir unterscheiden. Jede Form bringt ihre Eigenheiten mit sich – und je nachdem, ob du aktive Mobilität, E-Mobilität, geteilte PKW-Nutzung oder öffentliche Verkehrsmittel fördern möchtest, greifst du zu unterschiedlichen Maßnahmen. 

 

Aktive Mobilität

Zur aktiven Mobilität zählt alles, wofür du Muskelkraft benötigst – Gehen, Radfahren, Skateboarden, Hüpfen. Der Vorteil ist klar: Die Emissionen aus diesen Fortbewegungsarten gehen gegen 0, die Gesundheit wird gefördert und der Verkehr entlastet. Die Nachteile liegen aber ebenso auf der Hand: Weite Strecken lassen sich so nicht täglich überwinden, die Fortbewegung ist abhängig vom Wetter und dem körperlichen Zustand. Das Ziel sollte es sein, diese Art der Mobilität zu fördern, wo immer es möglich und sinnvoll ist. Besonders für die „erste Meile” und die „letzte Meile” ist die aktive Mobilität unschlagbar.

 

E-Mobilität

Was die E-Mobilität betrifft, stehen wir trotz des Hypes um E-Scooter noch ziemlich am Anfang – und auch die Frage, ob entsprechende Fahrzeuge wirklich so nachhaltig sind, wie man auf den ersten Blick annimmt, ist noch nicht abschließend geklärt. Am Beispiel der E-Scooter sieht man, dass die Herstellung in Sachen Nachhaltigkeit noch einiges zu wünschen übrig lässt. Aber gerade, weil die E-Mobilität noch so am Anfang steht – und, weil der Sektor für innovatives Handeln bekannt ist – können wir damit rechnen, dass sich hier noch einiges verändert. Für einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung können Unternehmen sorgen – zum Beispiel durch die Elektrifizierung des eigenen Fuhrparks oder indem sie ihren Mitarbeitern nachhaltige Konzepte als Ersatz für die allseits bekannten „Wegwerf”-Scooter anbieten. Das österreichische Startup Blitz hat hier eine einzigartige Lösung gefunden. Es stellt Unternehmen einen Pool an E-Scootern inklusive Service vor Ort, planbaren Fixkosten und firmeneigenem Branding zur Verfügung. Es war wohl noch nie so einfach, der Belegschaft ein komfortables Transportmittel für kurze Wege anzubieten, welches auch noch Spaß bereitet.

 

PKW-Verkehr

Könnte der lange Zeit so verschriene PKW-Verkehr plötzlich zum Zünglein an der Waage für nachhaltigere Mobilität werden? Die Antwort ist eindeutig: Ja! Denn es ist nicht das Auto an sich, das schlecht für unseren Planeten ist – es ist unsere Nutzung. Solange viele von uns noch immer völlig selbstverständlich ihren täglichen Arbeitsweg alleine in ihrem Auto zurücklegen, wird sich an den Emissionszahlen nicht viel ändern. Deshalb ist es Zeit für einen Shift – und als Unternehmer kannst du einen großen Teil dazu beitragen: Fördere die geteilte Nutzung von PKW!

 

Öffentliche Verkehrsmittel

Klar, derzeit leben wir in der Angst vor einer Pandemie und folgerichtig sind die Nutzungs- und Beliebtheitswerte von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht unbedingt auf einem Rekordhoch. Das wird sich aber auch wieder ändern, sobald wir uns in physischer Gesellschaft wieder bedingungslos wohlfühlen können, ohne eine Infektion zu fürchten. Langfristig sollte es das Ziel sein, die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu fördern – besonders in urbanen Unternehmen.

 

Förderung von nachhaltiger betrieblicher Mobilität: Vieles ist möglich, aber nicht im Alleingang

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, bestimmte Formen der Mobilität zu fördern. Wichtig ist, die Belegschaft von Anfang an an Bord zu holen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Druck solltest du dabei keinen auf die MitarbeiterInnen ausüben – schließlich handelt es sich beim Pendelweg um Privatzeit. Viel eher solltest du ihnen nachhaltige Mobilität schmackhaft machen – und hier sind einige Beispiele dafür, wie das funktionieren kann.

 

Organisatorische Maßnahmen: Leichte Beute, wenn alle mitspielen

Mach es deinen MitarbeiterInnen so einfach wie möglich, nachhaltig zu pendeln. Das kann zum Beispiel über eine Anpassung der Arbeitszeiten an Öffi-Fahrpläne oder ein flexibleres Arbeitszeitmodell funktionieren. Auch interne sowie externe Meetings kannst du auf diese Weise anpassen – wer weiß, vielleicht bekommt das eine oder andere Partnerunternehmen dann auch Appetit auf nachhaltige Transportmittel. Auch regelmäßiges Home Office ist eine Möglichkeit – durch die Corona-Krise dürftest du ja bereits wissen, in welchen Abteilungen das gut funktioniert. 

Organisatorische Maßnahmen sind oftmals mit geringen Kosten verbunden. Leichte Beute also, solange allgemeine Zustimmung herrscht: Ein guter erster Schritt im betrieblichen Mobilitätsmanagement!

 

Incentivierende Maßnahmen: Echte Anreize, nicht bloß ungesunde Zuckerl oder Wegschmeiß-Goodies

Nachhaltige Mobilität sollte nicht nur einfach sein, sondern auch lohnenswert – und die Belohnung sollte direkt über den Arbeitgeber erfolgen. Es ist also Zeit, über ein Belohnungssystem mit sinnvollen Anreizen nachzudenken. Goodies, die schlagartig im Müll landen, zählen nicht dazu. 

Ein Belohnungssystem lässt sich zum Beispiel über die Carployee App ganz einfach umsetzen. Auch eine Radfahraktion kann motivierend wirken – MitarbeiterInnen zeichnen ihre geradelten Kilometer mittels  App auf und erhalten dafür aliquot Belohnungen. Eine weitere Idee: Die Einführung von Parkplatzgebühren, die vom Arbeitgeber in Form von Ermäßigungen für öffentliche Verkehrsmittel zurückgezahlt werden.

Die Projekt rk GmbH setzte beim betrieblichen Mobilitätskonzept überwiegend auf incentivierende Maßnahmen – unter anderem gab es jährliche Einmalzahlungen an MitarbeiterInnen mit besonders nachhaltigem Mobilitätsverhalten und eine Mitfahrbörse. Zur Abdeckung von Bedarfsspitzen wurde Carsharing eingeführt. Mit diesen Maßnahmen bewirkte das Unternehmen ein jährliches CO2-Einsparpotenzial von 20 t!

 

Infrastrukturelle Maßnahmen: Jetzt wird’s richtig ernst 

Möglicherweise sind die MitarbeiterInnen deines Unternehmens schon lange bereit, auf nachhaltigere Alternativen zurückzugreifen – aber finden dafür einfach noch nicht die richtige Infrastruktur bzw. den passenden Fuhrpark vor. Eine Mitarbeiterbefragung könnte ergeben, dass der Aufbau einer E-Ladesäule oder die Umstellung des Fuhrparks auf E-Autos großen Anklang finden würde. Auch die Möglichkeit zum Carsharing wird oft gerne angenommen – besonders dann, wenn die Autos auch für private Zwecke verwendet werden dürfen. Manchmal kann positive Veränderung auch nur eine vergleichsweise kleine Tat erfordern – das Einrichten eines kleinen Fahrradabstellplatzes in der Nähe des Gebäudeeinganges oder einer Mitarbeiterdusche für die Erfrischung nach einer schweißtreibenden Fahrt mit dem Fahrrad. 

Infrastrukturelle Maßnahmen können einen tiefen Griff in den Geldbeutel erfordern. Eine ernste Angelegenheit also, die jedoch von den MitarbeiterInnen und von der Öffentlichkeit honoriert wird. Ein Blick auf die langfristige Kostenersparnis räumt meist die letzten Zweifel aus. 

Die IHK Darmstadt Rhein Main Neckar setzte auf einen Mix aus vorwiegend infrastrukturellen Maßnahmen: ein modernes Parkraummanagement wurde eingeführt, eine Dusche wurde gebraut, die Anreiseinformationen im Internet für Besucher wurden optimiert und ein Job-Ticket eingeführt. Das Ergebnis: Der motorisierte Individualverkehr nahm um 40 % ab, unter den MitarbeiterInnen finden sich 7 % mehr RadfahrerInnen und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel stieg um ganze 20 %.

 

Infomaterial, Aktionen und Kampagnen: Errege Aufsehen! 

Macht im Unternehmen mit besonderen Aktionen und Kampagnen auf die Bedeutung nachhaltiger Mobilität aufmerksam. Das kann ganz einfach gestaltet sein – in Form von Infomaterial, das im Firmengebäude verteilt platziert wird. Dein Team kann dabei aber auch kreativ werden – Fahrradwettbewerbe, Faltradtestaktionen, Quizzes mit Gewinnmöglichkeiten, ein firmeninterner Tag der E-Mobilität oder des öffentlichen Verkehrs. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, wichtig ist nur, dass das Interesse in der Belegschaft ohne großen Druck geweckt wird.

Die Sympathex Technologies GmbH hat auf Basis einer umfassenden Analyse ein eigenes Mobilitätskonzept erstellt. Ein wichtiger Teil davon: die Teilnahme an der AOK-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit”, bei der die TeilnehmerInnen zwischen April und September mindestens an 20 Tagen zur Arbeit „radeln” müssen und dann die Chance auf attraktive Preise haben. Zusätzlich wurden Fahrgemeinschaften gefördert, Langstreckenfahren besser organisiert und Eco-Taxis für sich wiederholende Fahrten angeboten. Das ergab ein CO2-Einsparpotenzial von 95,3 t pro Jahr.

Die Praxisbeispiele haben wir dem Praxisleitfaden Betriebliches Mobilitätsmanagement der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz entnommen.

 

Betriebliches Mobilitätsmanagement – jetzt bist du an der Reihe!

Wir hoffen, wir konnten dir einen Eindruck davon vermitteln, wie betriebliches Mobilitätsmanagement aussieht und was Unternehmen zu nachhaltiger Mobilität und Klimaschutz beitragen können. Im nächsten Artikel kümmern wir uns um den berüchtigten Modal Split und zeigen dir, warum selbst kleine Veränderungen in deinem Unternehmen große Auswirkungen auf die Mitarbeitermobilität und die Umwelt haben können.

 


 

Credits:

Cover image by jje10tw from Pixabay and Lucas Hobbs on Unsplash

 

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